Charta der Demokratie: Wie Unternehmen kommunalpolitisches Engagement fördern
Die “Charta der Demokratie” ist eine gemeinsame Initiative mehrerer hessischer Unternehmen unter der Schirmherrschaft der Hessischen Staatskanzlei. Ins Leben gerufen wurde sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Seit Januar 2026 haben mehr als zehn weitere Unternehmen die Charta unterzeichnet.
Mit der Unterzeichnung bekennen sich die Unternehmen zu demokratischen Grundwerten und dazu, demokratisches und kommunalpolitisches Engagement von Mitarbeitenden zu unterstützen. Ziel ist es, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der ehrenamtliches Engagement und die Übernahme eines kommunalpolitischen Mandats mit dem Berufsleben vereinbar sind. Welche konkreten Maßnahmen Unternehmen dafür umsetzen, entscheiden sie selbst.
Die beteiligten Unternehmen haben sich auf gemeinsame Leitlinien verständigt. Dazu gehören die Stärkung demokratischer Werte in der Unternehmenskultur, die Unterstützung kommunalpolitischen Engagements sowie ein offener und respektvoller Dialog über demokratische Themen in Unternehmen.
Ein wichtiger Bestandteil der Initiative ist der Austausch zwischen den Unternehmen. Gemeinsam wurde eine Maßnahmen-Toolbox entwickelt, die verschiedene Möglichkeiten aufzeigt, wie Unternehmen kommunalpolitisches Engagement ihrer Mitarbeitenden unterstützen können. Auch Netzwerke politisch engagierter Mitarbeitender sollen aufgebaut und weiterentwickelt werden. So können Unternehmen voneinander lernen und erfolgreiche Ansätze auf die eigene Organisation übertragen.
Die KfW setzt die Charta unter anderem mit konkreten Unterstützungsangeboten um. Dazu gehören zusätzlicher Sonderurlaub für ausgewählte Mitarbeitende, die bei einer hessischen Kommunalwahl ein Mandat in einem kommunalen Parlament erhalten, ein begleitendes Coaching sowie Weiterbildungs- und Qualifzierungsangebote zur Stärkung demokratischer Kompetenzen in Kooperation mit der Hertie-Stiftung.
Die Maßnahmen zeigen, dass Unternehmen unterschiedliche Möglichkeiten haben, die Vereinbarkeit von Beruf und kommunalpolitischem Ehrenamt zu verbessern. Neben zeitlichen Entlastungen können auch Beratung, Weiterbildung und eine unterstützende Unternehmenskultur dazu beitragen, dass Mitarbeitende politische Verantwortung übernehmen können.
Für Unternehmen kann es sich lohnen,
- bestehende Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und kommunalpolitischem Ehrenamt zu prüfen,
- Mitarbeitende über kommunalpolitisches Engagement und Unterstützungsangebote zu informieren,
- konkrete Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln,
- einen offenen und respektvollen Austausch über demokratische Themen zu ermöglichen und
- Erfahrungen mit anderen Unternehmen zu teilen und gemeinsam weitere Maßnahmen zu entwickeln.
So können Unternehmen dazu beitragen, dass Mitarbeitende neben ihrer beruflichen Tätigkeit kommunalpolitische Verantwortung übernehmen können. Die Charta der Demokratie bietet dafür einen Rahmen, um Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln und demokratisches Engagement vor Ort zu stärken.
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