Glossar: Gender Budgeting

Gender Budgeting bedeutet, dass eine Stadt oder Gemeinde ihren Haushalt so gestaltet, dass er die Gleichstellung von Frauen und Männern fördert.

Öffentliche Haushalte spielen eine wichtige Rolle darin, welche politischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre gesetzt werden. Mit der Haushaltsplanung wird entschieden, für welche Bereiche Geld ausgegeben wird und in welche Richtung die Kommune in Zukunft gesteuert wird.

Diese Finanzentscheidungen können sehr unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer haben. Frauen nutzen zum Beispiel häufiger öffentliche Verkehrsmittel.1Ergebnisse der Fahrgastbefragung der Koblenzer Verkehrsbetriebe 2021 2Statistisches Bundesamt – Mobilitätsverhalten von Frauen und Männern. Investiert die Stadt weniger Geld in diesen Bereich, wird die Mobilität von Frauen eingeschränkt. Bei dem Thema Kinderbetreuung ist es ähnlich: Frauen führen einen Großteil der Care-Arbeit aus.3Statistisches Bundesamt: Gender Care Gap Kürzt die Stadt die Gelder für Kinderbetreuung, schränkt das vor allem die Erwerbstätigkeit von Frauen ein. Männer sind deutlich weniger davon betroffen.

Deshalb ist Gender Budgeting wichtig: es ist ein Verfahren, bei dem die Haushaltsgestaltung einer Kommune überprüft und umgestaltet wird. Bei jeder Entscheidung und Maßnahme wird gefragt: Wie wirkt sich das auf Frauen und Männer aus? Wird so die Gleichstellung gefördert? So sollen die Ressourcen und Gelder so verteilt werden, dass alle profitieren und Ungleichheiten beseitigt werden.

Quellen:

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Ein Projekt der EAF Berlin in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband