Zu sehen sind vier Kinder mit Gummistiefeln und Regenklamotten, die sich an der Hand halten.

Wie Kommunen kinderfreundlicher werden

Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, gehört und beteiligt zu werden – besonders dort, wo ihr Alltag stattfindet: in der Kommune. Das Programm des Vereins Kinderfreundliche Kommune e.V. unterstützt Städte und Gemeinden dabei, die UN-Kinderrechtskonvention vor Ort umzusetzen, Beteiligung verbindlich zu verankern und kommunale Strukturen langfristig an den Interessen junger Menschen auszurichten. Davon profitieren nicht nur Kinder und Jugendliche: Kinderfreundliche Kommunen werden zukunftsfähiger, lebenswerter und stärken demokratische Beteiligung schon bei den Jüngsten der Gesellschaft.

Eine Kinderfreundliche Kommune orientiert sich an den Interessen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen – bei Entscheidungen der Verwaltung, die sie betreffen und bei der Gestaltung der Kommune.

Dabei geht es um ganz konkrete Fragen: Sind Schulwege sicher? Werden Kinder vor Gewalt geschützt? Haben sie genug Raum zum Spielen und Treffen? Können sie ihre Meinung sagen, wenn über Schulen, Freizeitangebote oder öffentliche Räume entschieden wird? Und kennen sie ihre Rechte nach der UN-Kinderrechtskonvention?

Kinderfreundliche Kommunen schaffen dafür feste Strukturen. Sie richten Anlaufstellen ein, die Kinder und Jugendliche unterstützen und ihre Interessen gegenüber Politik und Verwaltung sichtbar machen. Sie entwickeln langfristige Beteiligungsmöglichkeiten und informieren junge Menschen über ihre Rechte nach der UN-Kinderrechtskonvention. Denn nur wer die eigenen Rechte kennt, kann sie auch einfordern.

Auf diesem Weg begleitet das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ Städte und Gemeinden. Ziel ist es, Angebote, Planungen und Verwaltungsstrukturen so weiterzuentwickeln, dass Kinderrechte im kommunalen Alltag mitgedacht werden. Kinder und Jugendliche werden dabei nicht nur informiert – sie werden aktiv einbezogen. Das ist wichtig für die Demokratie vor Ort. Junge Menschen erleben: Meine Meinung zählt – und Beteiligung kann wirklich etwas verändern. Gleichzeitig ist Kinderfreundlichkeit auch ein Standortfaktor. Kommunen, die Kinder, Jugendliche und Familien ernst nehmen, investieren in Lebensqualität – heute und für die Zukunft.

Der Weg zur Kinderfreundlichen Kommune läuft in mehreren Schritten. Zuerst fasst das Kommunalparlament einen Beschluss. Danach folgt eine Bestandsaufnahme: Wie kinderfreundlich ist die Kommune? Dazu werden Verwaltung, Kinder und Jugendliche werden befragt. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse entsteht gemeinsam mit Akteur*innen aus der Kommune sowie Kindern und Jugendlichen ein Aktionsplan. Darin wird festgelegt, welche Maßnahmen umgesetzt werden, wer verantwortlich ist und welche Zeit- und Finanzierungspläne es gibt.

Für die Umsetzung des Aktionsplans erhält die Kommune für drei Jahre das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. In dieser Zeit geht es darum, die vereinbarten Maßnahmen unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Schritt für Schritt umzusetzen.

 

Zu sehen ist das Logo des Vereins Kinderfreundliche Kommune e.V. gemeinsam mit dem unicef Logo und dem Logo des Deutschen Kinderhilfswerk.

Wie unterschiedlich das aussehen kann, zeigen Beispiele aus der Praxis der über 60 Kinderfreundlichen Kommunen in Deutschland. In Regensburg gibt es ein Konzept für verbindliche Kinder- und Jugendbeteiligung. Spielplätze dürfen dort zum Beispiel nur noch mit Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gebaut und erneuert werden. In Hanau werden Kinderrechte in Schulen verankert: Lehrkräfte werden regelmäßig dazu fortgebildet und Schüler*innen lernen ihre Rechte unter anderem an Projekttagen kennen. In Köln arbeitet ein Kinder- und Jugendbüro als Schnittstelle zwischen jungen Menschen, Verwaltung und Politik.

Damit Kinderrechte nicht nur in einzelnen Projekten relevant sind, sondern auch bei der Arbeit der Verwaltung besonders beachtet werden, bietet der Verein Workshops an. Sie unterstützen dabei, Kinderrechte in Verwaltungsverfahren und ämterübergreifenden Strukturen zu verankern.

Für Kommunen lohnt sich der Prozess mehrfach: Sie entwickeln zukunftsorientierte Maßnahmen, stärken Beteiligung und zeigen, dass junge Menschen vor Ort ernst genommen werden. Das Siegel macht dieses Engagement auch nach außen sichtbar.

Die Kosten für die Teilnahme am Programm liegen – je nach Größe der Kommune – bei 8.000 bis 21.000 Euro jährlich.

Weiterführende Informationen

Bleiben Sie auf dem Laufenden und abonnieren Sie unseren Newsletter
Impulse, Veranstaltungen, Tipps und Best Practices sowie neue Studien und Initiativen rund um das Thema Frauen in der Politik - damit sich Frauen in ihrer Vielfalt in der Politik engagieren können und wollen.

Für den Versand unserer Newsletter nutzen wir rapidmail. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie zu, dass die eingegebenen Daten an rapidmail übermittelt werden. Beachten Sie bitte auch die Datenschutzbestimmungen.

Ein Projekt der EAF Berlin in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband