Ein heller Raum. An der Wand steht ein Sofa mit Stofftieren. An den Wänden hängen bunte Bilder.

Mit Kind zur Sitzung – Ein Schritt zu mehr Vereinbarkeit in der Politik

Wer kommunalpolitisch aktiv ist, braucht Zeit – oft auch abends oder am Wochenende. Für viele Eltern, ist das eine große Hürde. Ein gutes Beispiel, wie politische Teilhabe dennoch möglich wird, sind Eltern-Kind-Räume in kommunalen Verwaltungen, Rathäusern und Landtagen.

Politik braucht die Perspektiven aller – auch die von Menschen mit Care-Verantwortung. Doch wer kleine Kinder betreut, weiß: Plenarsitzungen, Ausschüsse und Abendtermine lassen sich mit dem Familienalltag oft nur schwer vereinbaren. Hier setzen Eltern-Kind-Räume ein wichtiges Zeichen für mehr Vereinbarkeit und gelebte Vielfalt.

Ob Mutter, Vater, Großeltern oder andere Betreuungspersonen – diese Räume bieten nicht nur einen Ort zum Spielen, Stillen oder Ausruhen, sondern auch ein Stück Freiheit: Die Freiheit, Verantwortung in Familie und Gemeinwesen miteinander zu verbinden. Sie ermöglichen Teilhabe – ganz praktisch, aber auch symbolisch. Denn sie zeigen: Politik darf nicht nur Raum für Debatten sein, sondern muss auch Platz machen für das Leben.

Ein gutes Beispiel ist das Eltern-Kind-Zimmer im Rathaus Magdeburg, das im November 2023 für Stadträtinnen und Stadträte eingerichtet wurde. Ziel war es, die Vereinbarkeit von Mandat und Familie aktiv zu fördern. Die Kinderbetreuung übernehmen qualifizierte Kindertagespflegepersonen, die durch das Jugendamt autorisiert sind. Mit den Sorgeberechtigten werden individuelle Vereinbarungen getroffen – etwa zu Abholberechtigungen, Erreichbarkeit oder Besonderheiten des Kindes. Auch eine Anwesenheitsübersicht wird geführt.

Der Raum ist kindgerecht gestaltet und bietet u. a. eine Schlaf- und Ruhemöglichkeit für jüngere Kinder. In unmittelbarer Nähe befinden sich Sanitärbereiche. Getränke und kleine Snacks bringen die Eltern selbst mit.

Für die Nutzung ist eine vorherige Anmeldung notwendig, möglichst eine Woche vor der Sitzung. Das Alter der Kinder wird bei der Anmeldung mit angegeben, sodass bei Bedarf zwei Betreuungspersonen eingeplant werden können – etwa bei mehreren Kindern oder bei unter Dreijährigen. Das Eltern-Kind-Zimmer öffnet 30 Minuten vor Beginn der Sitzung, um ein entspanntes Ankommen zu ermöglichen. Auch eine kurzfristige Absage sollte mitgeteilt werden.

Mittlerweile sind die Abläufe eingespielt: Betreuungspersonen und Nutzende stehen in engem Kontakt, und die Betreuungskräfte erhalten frühzeitig alle Sitzungstermine zur besseren Planbarkeit.

Eltern-Kind-Räume öffnen Türen – für mehr Mitgestaltung und für eine demokratische Kultur, die niemanden ausschließt. Nicht einmal die Jüngsten.

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