Ein Kind steht im Gemeinderat am Rednerpult und stellt im Rahmen des Pop-up Jugendparlaments einen Antrag vor.

Kommunalpolitik zum Anfassen – als Planspiel oder Escape Room

Was würde ich verändern, wenn ich für einen Tag selbst Kommunalpolitiker*in wäre? Im Planspiel "Pimp Your Town" des Vereins Kommunalpolitik zum Anfassen e.V. können Schüler*innen genau das ausprobieren: In einem Pop-up Jugendparlament schlüpfen sie in die Rolle von Abgeordneten und lernen, wie Kommunalpolitik funktioniert. Sie entwickeln eigene Ideen, stimmen über Anträge ab und inspirieren mit ihren Vorschlägen sogar die echten Politiker*innen zu neuen Vorhaben. Im "Rathaus Escape Room" hingegen sind sie direkt mitten im Geschehen - aber leider versehentlich im Oberbürgermeister*innenbüro eingeschlossen. Wo lässt sich die Kommunalpolitik wohl aber besser kennenlernen als dort? Auf der Suche nach dem Ausgang stoßen sie auf einige Rätsel und lernen viel dazu.

Das Planspiel “Pimp Your Town”

Jährlich erleben bundesweit bis zu 10.000 Schüler*innen im Rahmen der Pop-up Jugendparlamente “Pimp Your Town” des Vereins Politik zum Anfassen e.V. hautnah, wie Kommunalpolitik funktioniert. Auch in Hannover findet das Projekt seit 2016 regelmäßig statt. Über drei Tage hinweg begleiten Ehrenamtliche und Mitarbeitende des Vereins sowie kommunale Abgeordnete die Jugendlichen dabei, in die Rolle des Gemeinderats Hannover zu schlüpfen.

Nach einem Crashkurs zum Thema Kommunalpolitik sammeln die Jugendlichen zunächst in ihren Fraktionen – also den Schulklassen – erste Ideen. Diese werden anschließend verschiedenen Ausschüssen zugeordnet. Dort entwickeln die Schüler*innen ihre Vorschläge weiter, entwerfen daraus Anträge und bereiten sich auf die Diskussion im Pop-up Gemeinderat vor.

Mit einer vielfältigen Tagesordnung geht es schließlich zur Ratssitzung im Rathaus. Dort werden die Kommunalpolitiker*innen auf Zeit von der Ratsvorsitzenden Ute Engelhardt begrüßt. Die Jugendlichen präsentieren ihre Anträge – darunter der Neubau sanierungsbedürftiger Schulen, neue Solarbänke in der Innenstadt oder kostenlose Periodenprodukte an Schulen. Über die Vorschläge wird diskutiert und abgestimmt. Während der Neubau baufälliger Schulen und kostenlose Periodenprodukte Zustimmung finden, werden die Solarbänke in der Innenstadt abgelehnt. Die Ergebnisse der Sitzung werden in einem Protokoll dokumentiert und veröffentlicht.

Die angenommenen Anträge der Schüler*innen sind zwar nicht verbindlich, werden jedoch häufig von den echten Ratsfraktionen aufgegriffen und in die regulären Ratssitzungen eingebracht.

Der "Rathaus Escape Room"

Beim “Rathaus Escape Room” hingegen finden sich die Schüler*innen direkt im (fiktiven oder realen) Oberbürgermeister*innenbüro wieder. Sie wurden eingeladen, um alles über Kommunalpolitik und die Arbeit im Rathaus zu erfahren. Versehentlich wurden sie allerdings im Büro eingeschlossen – und kommen nicht mehr raus. Auf der Suche nach dem Ausweg stoßen sie auf einige Rätsel, die sie lösen müssen, um den Code zum Öffnen der Tür zu finden. Und da sie sich schließlich im Oberbürgermeister*innenbüro befinden, lernen sie auch viel über Kommunalpolitik dazu.

Der Escape Room besteht aus mehreren Wänden, die sowohl in (Klassen-)Zimmern als auch bei Festen oder Messen aufgebaut werden können. Er kann entweder zum Selbstaufbauen oder mit Projektbegleitung vom Verein Politik zum Anfassen e.V. bestellt werden. Die Wände sind in verschiedenen Versionen verfügbar, etwa für Grundschulkinder, in Leichter Sprache oder eine Nicht-Sehen-Version, die nur in Teams aus einer Sehenden und einer Nicht-Sehenden Person gespielt werden kann. So können alle mitspielen – und im “Rathaus Escape Room” gemeinsam rätseln und Kommunalpolitik kennenlernen.

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Ein Projekt der EAF Berlin in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband