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Im Tandem zum Erfolg: Mentoring-Programme in der Politik

Frauen und andere diskriminierte Gruppen sind in der Politik unterrepräsentiert. Das liegt unter anderem an strukturellen Barrieren wie fehlender Vereinbarkeit oder an sexistischen Vorurteilen und Stereotypen. Aber auch fehlende politische Vorbilder, fehlender Zugang zu informellen Netzwerken, politischem Know-how oder eine geringere Selbsteinschätzung stellen Hürden dar. Mentoring-Programme können helfen, diese Hürden zu überwinden: indem sie Personen, die sich politisch engagieren wollen oder frisch gewählt sind empowern und mit politischem Wissen und Kontakten unterstützen, um somit die (Kommunal-)Politik zugänglicher zu gestalten.

Überparteiliche Mentoring-Programme

Mentoring bietet interessierten oder Neugewählten Menschen die Möglichkeit der Begleitung durch eine erfahrene Politikerin oder Politiker. Mentor*innen stehen ihrer Mentee für Fragen zur Seite, begleiten und unterstützen sie durch ihre Erfahrungen und Kontakte, erläutern informelle Spielregeln und machen Mut, sich politisch zu engagieren und selbstbewusst in den Routinen der Politik zu bewegen.

Mentoringprogramme können als Tandem aus Mentor*in und Mentee stattfinden, aber auch im Rahmen von Workshops und Seminaren.

Im “Aktionsprogramm Kommune”, durchgeführt von der EAF Berlin in Kooperation mit dem Deutschen Landfrauenverband, beteiligten sich zehn Modellregionen in Deutschland von 2021 bis 2024 mit dem Ziel, mehr Frauen für die Politik zu gewinnen. Bestandteil des Programms war ein umfangreiches überparteiliches Mentoring-Programm mit 400 Teilnehmenden aus den unterschiedlichen Regionen. Diese konnten sich als Mentee oder Mentor*in bewerben und wurden auf einer Online-Plattform anhand möglichst vieler übereinstimmender Kriterien gematcht.

In der anschließenden Zusammenarbeit profitierte die Mentee von der Erfahrung ihrer Mentor*in, erhielt Einblicke in informelle Netzwerke und politisches Know-how und wurde darin bestärkt, selbst ein politisches Amt oder Mandat zu übernehmen oder dieses weiter auszuüben. Je nach Ausgestaltung der Zusammenarbeit konnte ergänzend auch ein sogenanntes Shadowing stattfinden. Hierbei begleitet die Mentee ihre Mentorin oder ihren Mentor dabei “wie ein Schatten” zu politischen Terminen und Veranstaltungen und erhält so Einblicke in deren politischen Alltag.

Auch für die Mentor*innen selbst ist die Zusammenarbeit von Vorteil:

Zitat Jacqueline Bernhardt, Ministerin und Mentorin:

Insbesondere überparteiliche Mentoring-Programme sind dabei besonders wertvoll, da sie auch Menschen erreichen, die sich noch nicht für eine Partei entscheiden möchten und zunächst unverbindliche Einblicke in politische Arbeit gewinnen wollen – eine Entwicklung, die insbesondere bei jüngeren Menschen zunehmend zu beobachten ist. So waren im “Aktionsprogramm Kommune” von mehr als 400 Teilnehmenden über 70 Prozent der Mentees parteilos; zugleich kandidierten über 65 Prozent der Mentees während oder nach dem Programm bei einer Kommunalwahl oder planten eine Kandidatur.

Zitat einer Mentee aus Ostholstein:

Parteiinterne Mentoring-Programme

Mentoring-Programme können aber auch parteiintern stattfinden und damit gezielt Parteimitglieder fördern.

So etwa bietet das Bündnis90/ Die Grünen ein Empowering- und Mentoring-Programm für Menschen mit Vielfaltsmerkmalen an. Das Ziel dabei ist, unterrepräsentierte Gruppen in der Politik zu empowern und Wissen zu vermitteln, damit diese ermutigt sind, ein Mandat auszuüben und dadurch vielfältigere Perspektiven in Partei und Politik einbringen können. Die Teilnahme als Mentee erfolgt über eine Bewerbung beim Landesverband des Bündnis 90. Das Programm ist in drei Module unterteilt, die Wissen zu Bewerbungsprozessen in politischen Ämtern, zu politischer Profilbildung und Soft Skills sowie Know-how zum Aufbau und der Pflege von Netzwerken vermitteln.

Die SPD Niedersachsen bietet beispielsweise ein Mentoring-Programm mit Hinblick auf die Landtags 2027 an: Um für die Wahlen mehr Frauen zu gewinnen, werden für einen Zeitraum von dreizehn Monaten Tandems aus einer Mentor*in und einer Mentee gebildet. Die Mentor*innen, erfahrene Politiker*innen, sollen ihre Mentees mit Wissen und Selbstvertrauen ausstatten, um ein mögliches Mandat ausüben zu können.

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Ein Projekt der EAF Berlin in Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband