Rathaus der Stadt Tuebingen.

Ein Maßnahmenpaket für effizientere Gemeinderatsarbeit

Die Universitätsstadt Tübingen setzt auf straffere Sitzungsabläufe, kürzere Vorlagen und neue Beteiligungsformate, um die Arbeitsbelastung im Gemeinderat zu reduzieren. Ziel ist es, politische Arbeit besser planbar zu machen und die Vereinbarkeit mit Beruf, Familie und Ehrenamt zu verbessern.

Die Universitätsstadt Tübingen hat ein umfassendes Maßnahmenpaket umgesetzt, um die Arbeitsbelastung ehrenamtlicher Gemeinderät*innen zu reduzieren und die Vereinbarkeit von politischem Engagement mit Beruf und Familie zu verbessern. Diese Initiative zielt darauf ab, die Vielfalt im Gemeinderat zu fördern und insbesondere auch jüngere Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen.

Finanzielle Unterstützung und professionelle Assistenz

Zur Entlastung der Ratsmitglieder wurden die Aufwandsentschädigungen erhöht. Zudem erhalten Fraktionen finanzielle Mittel, um professionelle Unterstützung für administrative Aufgaben, Recherchen oder die Vorbereitung von Sitzungen zu engagieren. Diese Maßnahmen ermöglichen es den Ehrenamtlichen, ihre Arbeitszeit effizienter zu gestalten und ihre hauptberuflichen Verpflichtungen besser mit dem politischen Engagement zu vereinbaren.

Erhöhtes Sitzungsgeld bei Betreuungs- oder Pflegeverpflichtungen

Gemeinderät*innen mit familiären Betreuungs- oder Pflegeaufgaben können ein dauerhaft erhöhtes Sitzungsgeld beantragen. Dies dient dazu, die Kosten für externe Betreuung während der Sitzungszeiten zu decken und somit die Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen zu erleichtern.

Effizienzsteigerung durch strukturelle Anpassungen

Um die Sitzungsdauer zu verkürzen und die Vor- und Nachbereitung zu optimieren, wurden verschiedene Maßnahmen eingeführt:

  • Beschlussvorlagen sind auf maximal vier Seiten begrenzt, mit zusätzlichen Anhängen für detaillierte Informationen.

  • Die Fragestunde wurde ans Ende der Sitzungen verlegt, um den Ablauf zu straffen.

  • Sachfragen, die bereits in Ausschüssen behandelt wurden, werden im Gemeinderat nur erneut diskutiert, wenn neue Aspekte hinzukommen.

Perspektive: Hybride Sitzungsformate

Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Vereinbarkeit ist die Einführung hybrider Sitzungen, bei denen Mitglieder sowohl vor Ort als auch digital teilnehmen können. Obwohl während der Corona-Pandemie bereits positive Erfahrungen mit digitalen Formaten gesammelt wurden, ist die dauerhafte Umsetzung hybrider Sitzungen derzeit noch von landesrechtlichen Regelungen abhängig.

Tübingen zeigt mit diesen Maßnahmen, wie durch gezielte strukturelle Veränderungen das Ehrenamt gestärkt und politische Teilhabe für eine breitere Bevölkerungsgruppe ermöglicht werden kann.

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